Flern => Fotografieren => For Beginners: Belichtungszeit

Hallo Zusammen,

heute gibt es einen weiten Beitrag zu meiner for Beginners Serie.

Das heutige Thema lautet Belichtungszeit. Wie setze ich die Belichtungszeit ein um welchen Bildeffekt zu erzielen und ab welcher Belichtungszeit wird mein Bild verwackelt.

Belichtungszeit aus technischer Sicht.

Als Belichtungszeit bezeichnet man die Dauer in der Licht auf den Bildsensor fällt. Also von dem Punkt, von dem der Verschluss den Sensor freigibt, bis zu dem Punkt an dem er sich wieder schließt. Diese zeit ist normalerweise in Sekunden angegeben (meist in Bruchteilen vereinfacht). In Kombination mit der Blende wird bestimmt welche Lichtmenge auf den Sensor der Kamera fällt.

Die Belichtungszeit kann von wenigen Millisekunden bis hin zu Minuten reichen. Wenn lange belichtet wird fällt das Licht für eine längere Zeit auf den Bildsensor und jede Bewegung, die in dieser Zeit passiert wird wie verwischt dargestellt. Beispielsweise ein Fahrradfahrer würde nur als verwischte Linien dargestellt werden.

Im Gegensatz dazu wird bei kurzer Belichtung sie Bewegung eingefroren und es ermöglicht dem Fotografen Motive, welche sich schnell bewegen scharf und regungslos auf dem Bild zu bannen.

Wie kann ich Verwackelte Bilder vermeiden?

Verwakler entstehen, wenn sich die Kamera bzw. das Motiv zu schnell für die aktuelle Belichtungszeit bewegen. Es gibt bestimmte Bildtypen, bei denen dieser Effekt durchaus gewünscht ist, bei den meisten aber nicht.

Es gibt jetzt mehrere Methoden Verwackler zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Die naheliegende ist natürlich die Belichtungszeit erhöhen. Also mit einer schnelleren Belichtungszeit zu fotografieren. Das ist aber auch nicht immer möglich beispielsweise in der Nachfotografie. Nachts ist es so Dunkel, dass länger Belichtet werden muss, um auf dem Bild etwas zu erkennen. Dies bezeichnen man als Langzeitbelichtung.

Um länger zu belichten kann ein Stativ verwendet werden um die Kamera zu fixieren und Verwackler durch eine unruhige Hand zu vermeiden.

Wenn du kein Stativ und frei Hand fotografieren möchtest, gilt folgende Faustregel:

Die Belichtungszeit darf nicht länger als der Kehrwert der Brennweite des verwendeten Objektives sein. Bedeutet also, wenn du mit einem 50mm Objektiv fotografierst, muss deine Belichtungszeit 1/50 s oder schneller sein. Bei Kameras mit Crop-Faktor, muss dieser multipliziert werden. Also 50mm x 1,5 = 1/75 s.

Den Crop-Faktor eurer Kamera findet ihr in der Bedienungsanleitung.

Hier gibt es natürlich noch andere Sachen zu beachten. Durch einen Bildstabilisator kann die Bewegung der Hand ausgeglichen werden. Das ermöglicht ein längere Belichtungszeit.

Wenn sich dagegen Personen im Bild bewegen, kann auch die die Faustregel zu einer zu langen Belichtungszeit führen. Hier müsst ihr einfach ausprobieren und auf Erfahrungswerte setzen.

Belichtungszeit gezielt einsetzen um ein Bild zu gestalten

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ihr die Belichtungszeit verwenden könnt um euer Bild zu gestalten und etwas besonderes zu geben.

Langzeitbelichtung

Langzeitbelichtung setzt den Verwaklungseffekt gezielt ein um bestimmte Bereiche im Bild zu verschmieren. Beliebt sind hier bewegtes Wasser und fahrende Auto bei Nacht. Hierzu wird die Kamera auf ein Stativ gestellt und bewusst eine recht hohe Belichtungszeit gewählt. Dadurch verschmieren Bewegungen. Der Effekt wirkt besonders gut bei Wasser bzw. Lichtern bei Nacht. Beispiele für Langzeitbelichtung habe ich hier natürlich auch für euch.

Bei dem ersten Bild sieht man sehr gut wie sich bewegte lichter bei langer Belichtung verhalten und das zweite zeigt den Effekt der Langzeitbelichtung auf Wasser.

Langzeitbelichtung Universität Mannheim
Citynightshooting-Mannheim-Rhein-Gallerie

Kurzzeitbelichtung

Bei der Kurzzeitbelichtung werden schnelle Motive durch eine sehr schnelle Belichtungszeit eingefroren. So können Bilder wie das hier gezeigte Beispiel entstehen. Mit der Kurzzeitbelichtung versucht man bewegte Motive, die man mit bloßem Auge nicht erfassen kann (oder nicht so erfassen kann) ein zu frieren.

Ein sehr schnelles Objekt steht plötzlich Still.

Kurzzeitbelichtung

Das wars für heute viel Spaß beim ausprobieren.

Wenn ihr Bilder zum Thema Lang- oder Kurzzeitbelichtung habt könnt ihr die auch in den Kommentaren verlinken ich würde mich freuen,

Gruß Matthias

Matthias Butz

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.

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