Model Release Vertrag

Hallo Zusammen,

ich hatte in letzter Zeit einige Shootings mit verschiedenen Models und wollte heute mal das Thema Model Release ansprechen.

Wenn ihr mit verschiedenen Modellen Arbeitet, oder Menschen auf der Strasse fotografiert kann es sein, dass ihr eure Modelle nie wieder seht.

Entweder weil ihr sie im Falle der Street Fotografie gar nicht kennt oder weil sie eventuell von weiter weg kommen.

Hier gibt es eine einfache Lösung und zwar das Abschließen eines Model Release Vertrags.

Wie das geht und was ihr beachten müsst werde ich euch in den folgenden Zeilen erklären.

Was ist ein Model Release?

In der Fotografie, ist ein Model-Release ein rechtlich bindendes Abkommen zwischen einem Fotografen und dem Modell bzw. auch einer normalen Person. Diese Vereinbarung soll sicherstellen, das jeder für seine Arbeit entsprechen entschädigt wird und die Art der Nutzung der Bilder regeln.

Etwas kompliziert? OK dann etwas einfacher:

In Deutschland ist jede Person durch das Recht am eigenen Bild geschützt. Bedeutet es ist eine Zustimmung der fotografierten Person notwendig um ein Bild weiter zu nutzen oder zu veröffentlichen. Diese Zustimmung kann man natürlich mündlich und schriftlich einholen. In den meisten fällen ist man mit der schriftlichen Variante auf der sicheren Seite, da man eine mündliche Zustimmung oft nicht eindeutig beweisen kann.

Was muss in einem Model Release stehen?

Um ein Foto zu veröffentlichen, muss im Vertrag festgelegt werden für was das Foto verwendet werden darf.

Hier kann man von der einfachen Veröffentlichung bis hin zur kommerziellen Nutzung und natürlich ob das Model die Bilder selbst verwenden darf.

In den Vertrag müssen natürlich auch noch ein paar andere Sachen wie Name, Art des Shootings und natürlich ein Honorar (bzw. TFP)

Wann brauche ich ein Model Release.

Grundsätzlich benötigt man ein Model Release, also das Einverständnis der fotografierten Person sobald sich diese auf dem Bild eindeutig erkennen lässt.

Hier gibt es ein paar Punkte die zu beachten sind.

  • Ist die Person das Hauptmotiv auf diesem Bild oder ist sie dort nur zufällig?
  • Wenn die Person Hauptmotiv ist: Würdest du dich selbst auf dem Bild erkennen wenn du das Motiv wärst?
  • Kann das Bild so geschnitten werden, dass die Person auf dem Bild zum Hauptmotiv wird?

Selbst wenn die oben genannten Kriterien erfüllt sind, gibt es noch ein paar Ausnahmen.

Körpermerkmale

Egal ob ein Tattoo oder ein Leberfleck, Narben, Geburtsmale, was auch immer. Wenn sich die Person dadurch erkennen lässt wird ebenfalls ein Model-Release benötigt.

Beispiel Guy Prives

Guy-prives-fotograf-model-release

Vielleicht haben es einige von euch mitbekommen. Die Geschichte ist ja durch alle möglichen Blogs gegangen 🙂

Es geht um den israelischen Fotografen Guy Prives. Er hat am Strand von Costa Rica Aufnahmen von Surferinnen gemacht, um die Bilder ohne Freigabe verkaufen zu können. Wie ihr auf dem Bild jedoch sehen könnt, lässt sich das Model eindeutig durch ihre Tätowierung erkennen. Guy musste also das weltweite Netz nach ihr durchsuchen und hat sie auch tatsächlich gefunden.

An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön, dass er mir das Bild zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr mehr über seine Bilder erfahren wollt schaut doch mal auf www.guyprives.com vorbei.

Beispiele

Silhouetten

Photograph In sunset rays by Denis Allbertovich on 500px

In diesem Fall ist ein Model Release notwendig. Auch wenn das Gesicht abgewandt und recht dunkel ist, lässt sich das Model erkennen.
In sunset rays by Denis Allbertovich on 500px

Photograph Untitled by David Nadaraia on 500px

Hier braucht ihr kein Model Release. Die Personen auf dem Bild sind nur Silhouetten und lassen sich nicht erkennen.
Untitled by David Nadaraia on 500px

Tatoos und Teilaufnahmen

Photograph Smoke & sparks by Joe Albright on 500px

Hier ist kein Model Release notwendig. Es sind zwar Hände zu sehen es ist jedoch eindeutig, dass die Wunderkerzen das Hauptmotiv sein sollten. Ausserdem erkennt man an den Händen die Person nicht.
Smoke & sparks by Joe Albright on 500px

Guy-prives-fotograf-model-release

Dieses Beispiel hatte ich ja bereits angesprochen. Das Gesicht ist zwar nicht zu erkennen, das Tatto sorgt jedoch dafür, dass sich das Model eindeutig identifizieren lässt.

Fazit & wie ich es mache

Ich muss ganz erlich sagen, dass ich ein fauler Mensch bin. Ich hasse Bürokratie und halte Dinge gerne einfach.

Klar kann mir ein Model sagen, dass sie die Bilder toll findet und ich sie gerne veröffentlichen kann im nachhinein ist das aber nicht ganz Stichfest wenn keine Zeugen dabei sind.

Ich gehe daher immer her und schicke die Bilder, nach dem bearbeiten, dem Model und frage, was sie davon hält und ob sie oder er mit dem veröffentlichen einverstanden ist.

Ob das jetzt per Mail, Facebook oder wie auch immer abläuft ist eigentlich egal. Hauptsache man hat etwas schriftliches in der Hand.

Die einzige Ausnahme bilden hier Hochzeiten und größere Shooting Projekte mit unbekannten Modellen bzw. Models mit denen ich vorher noch nicht zusammen gearbeitet habe. Hier sichere ich mich extra schriftlich ab, da ja alles mit recht viel Aufwand verbunden ist.

Vorlagen für Model Release Verträge findet ihr im übrigen massig im Netz.

Unter anderem von Michael Omori Kirchner dem Betreiber von Fotografr.de

Was ist eure Erfahrung?

Mich würde eure Geschichte interessieren.

Gruß

Matthias

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Dieser Beitrag wurde von Matthias Butz geschrieben

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.