AdobeRGB vs. sRGB – Der Unterschied


Wenn du dir die Einstellungen deiner Kamera einmal durchgesehen hast, ist dir bestimmt aufgefallen, dass es eine Einstellung für den Farbraum gibt. Jetzt hast du entweder einen anderen Fotografen gefragt, oder gegoogelt und bist zu dem Entschluss gekommen, dass es egal ist welche Einstellung man nimmt. Denkste!
Sowohl sRGB als auch AdobeRGB haben beide Vor und Nachteile. Heute geht es darum wann welche Einstellung getroffen werden soll.

Was ist ein Farbraum?

Der Farbraum ist der Bereich der möglichen Farben, die in einem Bild dargestellt werden können. Ein normales JPG Bild hat zum Beispiel 16,7 Millionen mögliche Farben pro Pixel. Je nach dem welchen Farbraum du gewählt hast, kannst du unterschiedliche Bereiche dieser 16,7 Millionen Farben nutzen.
Wie wähle ich den Farbraum aus
In normalen Digitalkameras kann man sich zwischen den beiden Farbräumen AdobeRGB und sRGB entscheiden. Im Nachhinein gibt es immer noch die Möglichkeit, mit bestimmten Einschränkungen, den Farbraum in der Bildbearbeitung zu ändern. Doch welchen Farbraum sollt du jetzt nutzen?

adobe-rgb-vs-srgb-vergleich-unterschied-beispiel

Der Unterschied

Um das ganze besser zu verstehen und sich entscheiden zu können muss man zuerst die Farbräume verstehen. AdobeRGB ist der größere von beiden und enthält ca. 35% mehr Farbe. Doch ist größer besser? Nicht wirklich. Denn deutlich mehr Leute und Anwendungen arbeiten ausschließlich mit sRGB.

adobergb vs srgb vergleich unterschied tutorialsRGB war der erste Farbraum und fast alles was mit dem Computer und dem Internet zu tun hat basiert auf diesem Farbraum. Das Internet, Videospiele, Programme, fast alle haben sRGB als Arbeitsfarbraum. Selbst der Monitor den du gerade verwendest kann nicht jede Farbe des AdobeRGB Farbraums darstellen. Normalerweise kann ein Monitor nur 97% des sRGB und 76% des AdobeRGB Farbraums darstellen.

Webbrowser haben ebenfalls den sRGB Farbraum als Standard. Das bedeutet wenn du ein AdobeRGB ins Internet hochlädst wird dies automatisch auf sRGB konvertiert. Das kann zu Farbverschiebungen führen.
Bei Druckern ist es genau andersherum. Hier hat sich AdobeRGB als Standardfarbraum etabliert und sorgt für tiefere und lebendigere Farben.
Wenn du in AdobeRGB fotografierst kannst du dein Bild Problemlos in sRGB konvertieren ohne an Qualität zu verlieren. Andersherum funktioniert dies leider nicht. Der Farbraum kann zwar beschnitten, jedoch nicht erweitert werden. Diese Informationen fehlen einfach, wenn das Bild in sRGB fotografiert wurde.

Wenn du also eher selten druckst, kannst du ruhig in sRGB fotografieren und dir die Konvertierung sparen. Das garantiert dir, dass es auch keine Probleme beim hochladen ins Internet gibt.

Farbraum in Photoshop ändern

Um dein Bild in Photoshop in einen anderen Farbraum zu konvertieren gehe auf Bearbeiten -> In Profil umwandeln…

AdobeRGB in sRGB umwandeln konvertieren

Jetzt kannst du dein Profil auswählen. Photoshop versucht das Bild nun zu konvertieren und die Farben dabei zu erhalten. Farbprofil zuweisen in Photoshop

Vor- und Nachteile

AdobeRGB

Vorteile

  • Größerer Farbraum
  • Farben wirken lebendiger
  • kann in sRGB konvertiert werden
  • Drucker nutzt den vollen Farbraum

Nachteile

  • Bearbeitungsworkflow recht komplex
  • Kann beim hochladen ins Internet zu Farbverschiebungen führen

sRGB

Vorteile

  • Einfacher Bearbeitungsworkflow
  • Wird im Internet korrekt angezeigt
  • Zum Drucken geeignet

Nachteile

  • Kann nicht (oder nur mit Verlust) in AdobeRGB konvertier werden
  • Kleinerer Farbbereich

Fazit

Wenn dir das alles immer noch zu komplex ist und du dich eigentlich nicht damit beschäftigen möchtest stell deine Kamera auf sRGB und fotografier einfach. Du kannst nichts falsch machen und immer noch tolle Bilder fotografieren und Drucken.
Wenn du deine Bilder drucken möchtest und speziell dafür fotografierst (Ausstellungen) solltest du dich mit AdobeRGB doch etwas mehr beschäftigen.

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Dieser Beitrag wurde von Matthias Butz geschrieben

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.