Flern => Fotografieren => Die Belichtungszeit – Fotografie Grundlagen

Je nach dem welches Motiv man fotografieren möchte, ist es wichtig die Belichtungszeit zu kontrollieren. Egal ob man ein schnelles Motiv einfrieren möchte oder eine fließende Bewegung darstellen will, in diesem Moment muss man der Kamera manuell mitteilen welche Belichtungszeit man verwenden möchte.
Die Belichtungszeit wird in Sekunden bzw. in Sekundenbruchteilen angegeben. Wenn der Wert der Belichtungszeit also unter einen gewissen Punkt fällt kann ja keine riesige Kommazahl auf dem Display stehen. Deshalb stet dort meist 1/50 Sec. für 0,02 Sekunden (bei manchen Kameras auch einfach als 50 dargestellt, bei Canon beispielsweise werden die Sekunden als 2? für 2 Sekunden angegeben, belichtet man schneller steht dort beispielsweise 200 für eine 1/200 Sekunde)

Was beeinflusst die Belichtungszeit?

Die Helligkeit

Die Belichtungszeit hat mehrere Einflüsse auf unser Bild. Ganz klar: Wenn ich länger belichte, wird mein Bild heller, weil mehr Licht in die Kamera fallen kann. Im Umkehrschluss wird das Bild auch Dunkler wenn ich schneller Belichte. Das bedeutet jedoch auch, dass ich mehr Licht brauche wenn ich schneller Belichten möchte.

Die Bewegungsunschärfe

Das bringt uns auch gleich zum nächsten Punk. Die Belichtungszeit beeinflusst die Bewegungsunschärfe in unserem Bild.
Jedem ist es bestimmt schon passiert. Ihr habt ein Bild verwackelt. Das ist eine Bewegungsunschärfe, die durch die Bewegung der Kamera, also der eigenen Hand entsteht.
Bewegungsunschärfe entsteht auf die gleiche Art auch im Bild, wenn sich das Motiv bewegt. Dies können wir uns zu nutze machen, um im Bild eine Bewegung darzustellen oder um bewegte Motive anders darzustellen, als man sie mit dem Menschlichen Auge wahrnehmen kann.

Verwackeln vermeiden

Verwackler entstehen, wenn das Bild zu lange belichtet wird. Es gibt eine Formel, mit der man die Mindestbelichtungszeit für Motive aus freier Hand berechnen kann.
Belichtungszeit = 1/Brennweite
Was jetzt recht kompliziert aussieht ist recht einfach. Bei der Kamera sollte als Belichtungszeit das gleiche eingestellt sein, wie bei der Brennweite. Beispielsweise mit einem 50mm Objektiv, sollte die Belichtungszeit auf eine 1/50 Sek. oder schneller eingestellt werden. Zu manchen Brennwieten gibt es keine passende Belichtungszeit; dann einfach den nächsthöheren Wert nehmen. Hier noch ein Rechenbeispiel für verschiedene Brennweiten.
• 16mm = 1/20 Sek.
• 24mm = 1/25 Sek.
• 50mm = 1/50 Sek.
• 200mm = 1/200 Sek.

Langzeitbelichtung

Wenn wir länger belichten, wird auch die Bewegungsunschärfe immer stärker. Bei einer Langzeitbelichtung nutzt man diesen Effekt um beispielsweise fahrende Autos, fließendes Wasser oder bewegte Menschenmassen verschwommen darzustellen. Hierfür stellen wir die Kamera auf ein Stativ, wählen dem Modus Tv/S und versuchen eine recht lange Belichtungszeit zu erreichen. Hier bitte darauf achten, dass das Bild nicht überbelichtet wird, was sich bei strahlendem Sonnenschein etwas schwierig gestalten könnte. Hier gibt es jedoch einen Trick, den ich später auch in der Lektion Filter beschrieben habe.

Langzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grundlagen-fotografieren-lernen-3
Belichtungszeit: 1/10 Sec.
Langzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grundlagen-fotografieren-lernen-2
Belichtungszeit: 1/6 Sec.
Langzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grundlagen-fotografieren-lernen
Belichtungszeit: 25 Sec.

Kurzzeitbelichtung

Kurzzeitbelichtung ist jetzt das komplette Gegenteil. Wir wollen ein schnell bewegtes Motiv einfrieren und still stehen lassen. Also brauchen wir auch eine schnelle Belichtungszeit. Doch die Belichtungszeit lässt sich hier leider nicht so einfach berechnen. Es spielen hier einfach zu viele Faktoren eine Rolle. Bei einer Berechnung müsste man sowohl die Geschwindigkeit des Motivs als auch den Abstand zur Kamera schätzen und im Kopf berechnen. Meine Empfehlung deshalb an euch versucht verschiedene bewegte Motive mit der kleinstmöglichen Belichtungszeit zu fotografieren. Das ist eine sehr schöne Übung ein Gefühl für eine Kurzzeitbelichtung zu bekommen und in Zukunft einschätzen zu können wie schnell sich Objekte bewegen.

Kurzzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grundlagen-fotografieren-lernen (1)
Belichtungszeit: 1/2000 Sec.

Die normale Belichtung

Ich habe euch jetzt beide extremen gezeigt, doch vielleicht will der eine oder andere auch noch mal fotografieren und nicht immer nur Kurzzeit oder Langzeit.
Hierfür ist eigentlich jede Belichtungszeit oberhalb der Mindestbelichtungszeit geeignet. Hier muss man jedoch aufpassen wenn man bewegte Motive fotografiert kann es sein dass diese aufgrund einer falschen Belichtungszeit unnatürlich aussehen. Wie wollen in diesem Fall ja ein natürliches, normales Ergebnis haben und müssen deshalb auf einen Trick aus der Filmbranche zurückgreifen. Die Belichtungszeit bei normalen Kino Spielfilmen liegt bei 1/48. Bei dieser Belichtungszeit hat das Bild immer noch genug Bewegungsunschärfe um natürlich auszusehen.
Da wir dies jedoch mit einer normalen Spiegelreflexkamera nicht erreichen müssen wir den nächstmöglichen Wert nehmen. In unserem Fall ist das 1/50 Sekunde.
Um euch das ganze etwas zu verdeutlichen habe ich hier ein Bild mit verschiedenen Belichtungszeiten. Und ihr seht wenn wir zu lange belichten ist das Wasser zu verschwommen, wenn wir zu schnell belichten ist es zu eingefroren doch mit der 1/50 Sekunde sieht es sehr natürlich aus.

belichtungszeit-vergleich-unterschied-1

 

Die Zeitpriorität

Am Anfang empfehle ich nur eine Einstellung zu kontrollieren und die anderen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera zu überlassen. Das hat den Vorteil dass wir uns am Anfang nur einen Wert kümmern müssen und die Kamera übernimmt den Rest.
Hierzu stellen wir unsere Kamera auf den Modus Tv oder S und wählen unsere gewünschte Belichtungszeit. Hier jedoch aufpassen: Die Kamera kann nur im Bereich ihrer Möglichkeiten agieren. Eine Langzeitbelichtung in der knalligen Sonne ist genauso unmöglich, wie die 1/8000 Sek. bei Nacht. Eure Kamera sollte euch jedoch eine Warnung anzeigen, wenn das Bild zu hell oder zu Dunkel wird.

Matthias Butz

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.

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