Die Blende – Fotografie Grundlagen

Willkommen bei der zweiten großen Einstellungsmöglichkeit der Kamera. Die Blende besteht aus mechanischen Lamellen, welche sich öffnen und schließen um mehr oder weniger Licht in das Objektiv zu lassen.

Die Blende wird hierbei meist als Bruch angegeben (Bsp. f/5.6) und beschriebt das Verhältnis der Blende zur Brennweite. Das jetzt auszuführen ist extrem kompliziert und auch gar nicht notwendig. Viel einfacher ist es sich zu merken: Je weiter ich die Blende öffne umso kleine wird der Blendenwert und umgekehrt.

Was bewirkt die Blende

Die Helligkeit

Durch das öffnen der Blende lasse ich mehr Licht in die Kamera und das Bild wird heller. Wenn ich die Blende wieder schließe wird das Bild selbstverständlich dunkler.

Die Tiefenschärfe

Die Tiefenschärfe hat nichts mit einem scharfen oder unscharfen Bild zu tun. Sie beschreibt den Bereich im Bild, welcher Scharf dargestellt wird. Durch den Autofokus kann ich diesen Bereich verschieben und durch die Blende vergrößern oder verkleinern. Hier gilt: Je kleiner der Blendenwert umso kleiner der Schärfebereich und umgekehrt.

Dieser Schärfebereich wird noch einmal von der Kamera und von der Brennweite beeinflusst. Somit hat ein Teleobjektiv einen deutlich kleineren Schärfebereich als ein Weitwinkel, obwohl die Einstellungen gleich bleiben. Genauso verhält es sich bei den Unterschiedlichen Kameras. Je größer der Bildsensor, umso kleiner wird der Schärfebereich.

Beispiele für unterschiedliche Blendenwerte

Blende 8
Blende 2.8
Blende 1.4
Blende 1.8

Wann verwende ich welchen Blendenwert

Für verschiedene Fotografiebereiche haben sich die unterschiedlichsten Blenden etabliert. Beispielsweise im Macro und Portraitbereich, wird sehr gerne mit einer offenen Blende und einem kleinen Schärfebereich fotografiert. So hebt sich das Modell sehr gut von dem unscharfen Hintergrund ab.

Wenn wir jetzt eine Landschaft fotografieren möchten, ist das wiederum nicht so schön. Wir wollen ja die komplette Landschaft scharf haben. Deshalb schließen wir die Blende hier ein wenig. Es ist nicht zwingend notwendig die Blende ganz zu schließen um ein scharfes Bild zu bekommen. Es reicht meist ein Wert zwischen 5.6 und 11 um das komplette Bild scharf darzustellen.

Warum also weiter schließen? Ganz einfach! Es gibt Situationen, beispielsweise bei Langzeitbelichtungen, da möchten wir das Bild über die Blende verdunkeln um länger belichten zu können. Dann kann man die Blende weiter schließen, Ihr merkt also schon die Werte arbeiten zusammen, doch hierfür habe ich nochmal eine extra Lektion. 🙂

Die Blendenpriorität

Mit diesem Modus lässt sich nur die Blende kontrollieren. Alle anderen Werte werden von der Kamera berechnet. Wir können also unsere Wunschblende einstellen und müssen uns um den Rest keine Sorgen machen.

Hierzu die Kamera auf den Modus A oder Av stellen und mit dem Drehrad die gewünschte Blende auswählen.

Mein Objektiv kann nicht alle Blendenwerte

Das ist richtig. Nicht jedes Objektiv kann jeden Blendenwert. Das liegt meist an der Bauart. Wenn du ein Zoomobjektiv verwendest muss der Zoom die verschiedenen Linsen im Objektiv bewegen können. Das benötigt Platz und geht meist auf Kosten der Blende. Die Blende wird also vom Hersteller beschränkt um Platz für Zoom oder Bildstabilisator zu machen.

Möchte man einen geringen Blendenwert erreichen empfiehlt sich eine Festbrennweite. Hier muss im Objektiv nichts bewegt werden und die Blende hat deutlich mehr Platz.

Kit-Objektiv Tipp

Viele Objektive haben eine Beschriftung wie: “3,5-5,6”. Das bedeutet, das die kleinstmögliche Blende (3,5) auch nur bei kleinstmöglicher Brennweite möglich ist. Zoomen wir in das Bild hinein, verändert sich dieser Wert langsam auf 5,6 da wir die Brennweite erhöht haben.
Doch jetzt kommt das richtig coole, wenn ihr auf der höchsten Zoomstufe des Objektives seid, könnt ihr die Blende noch weiter schließen als auf der kleinsten Zoomstufe. Nämlich f/36. Das gibt euch nochmal mehr Spielraum, bei Langzeitbelichtungen.

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Dieser Beitrag wurde von Matthias Butz geschrieben

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.