Flern => Fotografieren => Fotografie Anfänger – Typische Fehler und Fragen

Hallo Zusammen,

heute gibt es mal einen Beitrag, der etwas anders ist als die sonstigen Tutorials. Es geht um typische Probleme und Fragen die eigentlich jeder Anfänger in der Fotografie hat.

SHOOT RAW

Das RAW Format ist im Vergleich zum JPG eine ganz andere Welt. Ihr steht manchmal vor Bildern und überlegt euch wie das der Fotograf so hinbekommen hat? Bildbearbeitung und RAW Dateiformat. Ich kann es euch nur ans Herz legen es wird eure Bilder komplett verändern.

Mehr zu RAW -> Adobe Camera RAW in Photoshop | RAW vs. JPG

Welche Kamera passt zu mir?

Ou ja die wohl beliebteste Frage (liegt etwa gleich auf mit dem nächsten Punkt 😉 ). Diese Frage ist, als würde ich einen Fremden fragen welches Auto ich kaufen soll. Wahrscheinlich empfiehlt er mir was ihm gefällt. Genau so ist es bei Kameras auch. Ihr könnt nicht erwarten, dass jemand hierzu eine perfekte Aussage treffen kann.

Es kommt immer darauf an wofür man die Kamera verwenden möchte, welche Budget man hat und was die eigenen vorleiben sind.

Ich kann euch eine Richtung geben, welche Kamera ich für Anfänger empfehlen würde (Canon 650d mit 18-55 Kit Objektiv und 50mm 1.8 Festbrennweite) doch zu einem Wildlife oder Hochzeitsfotografen würde das gar nicht passen. Die 650d oder auch ihre Nachfolger ist eine gute Einsteigskamera. Etwas allgemeines. Womit man glaube ich viel anfangen kann. Andere sehen das jetzt vielleicht anders doch genau so ist es bei den Autos auch.

Du gibst viel Geld aus; Du wirst dir auf jeden Fall irgendwann etwas anderes kaufen. War bei mir so und ist auch bei vielen Fotografen, die ich kenne und mit denen ich zusammenarbeite so.

Probiert Kameras also mal aus. Zoomyrentals ist ein sehr guter Versandverleih, die euch die Geräte zum testen zur Verfügung stellen oder probiert das Gerät mal im Laden aus. Das geht bei vielen Fotogeschäften und am wichtigsten: Achtet vielleicht nicht zu sehr auf den Preis 😉

Mit welcher Einstellung fotografierst du?

So Thema Nummer 2 der unsinnigen Fragen. Das ist natürlich nicht böse gemeint doch ihr könnt euch die Frage nach genauen Einstellungen in den meisten Fällen einfach schenken. Auf ein Bild wirken so viele Einflüsse (Licht, Sonnenstand, Blitzeinstellung, Wolken, und sogar der Breitengrad) das die Kameraeinstellung nicht automatishc das gleiche Bild macht.

Ja sie gibt eine grobe Richtung vor, doch mit etwas Gefühl und Erfahrung kann man Belichtungszeit auch ungefähr erraten oder nachstellen.

Ein Beispiel

landschaftsfotografie-wormswasser-langzeitbelichtung-fotografieren-lernen

Das Bild ist mit einer 1/25 Sekunde und Blende 8 fotografiert. Jetzt fahrt ihr an die Location und stellt fest, das meine vorgeschlagene Belichtungszeit in der Mittagssonne gar nicht funktioniert und das bild schon gar nicht so aussieht.

Worauf ich hinaus möchte ist eigentlich: Ihr könnt nach so vielen Einstellungen fragen wie Ihr möchtet, es wird euch nicht weiterhelfen, da zu einem bild mehr gehört als nur die Kameraeinstellung. Lernt selbst über eure Kamera, eure Motiv, euer Licht, eure Umgebung nachzudenken und verwendet Bilder von anderen als Inspiration um auf neue Ideen zu kommen, doch diese nicht 1:1 zu kopieren.

Nicht alles fotografieren

Am Anfang ist man begeistert von der eigenen Kamera, man will einfach alles fotografieren. Doch STOP! Ich möchte euch nicht eure Euphorie rauben, doch ich will das ihr darüber nachdenkt was ihr genau machen wollt. Die Kamera überall mit hinzunehmen in der Hoffnung mal das richtige Motiv zu treffen ist der falsche Weg. Das mag am Anfang Spaß machen doch irgendwann verliert man die Lust und die Kamera landet im Regal.

Besser ist es sich zu spezialisieren. Fototrips zu planen nur bestimmte bereiche zu fotografieren (Makro, Landschaft, Menschen) und natürlich die Kamera auch mal daheim zu lassen um die Welt nicht nur durch ein Okular zu sehen.

Perspektive

Komm aus deine Komfortzone raus!

Schau dir einfach mal die ganzen Touristen an. Wie fotografieren die? Meist aus Augenhöhe. Egals was fotografiert wird alles wird aus Augenhöhe fotografiert. Wem das gefällt; gerne; Mach so weiter und hab Spaß dabei. Ich will euch jedoch dazu bringen etwas anders zu machen. Weiter zu denken als der Standardfotograf. Als legt euch mal auf den Boden. Klettert mal einen Baum hoch. Fotografiert mal nach oben oder nach unten. Seid einfach kreativ. Es wird sich lohnen.

 

Erst Bildung dann Ausrüstung

Ich hatte es ja schon angesprochen mit dem Kamerakauf. Ich habe jetzt zum Thema Ausrüstung noch einen Tipp. Lernt mit dem was Ihr habt umzugehen bevor ihr Ausrüstung kauft. Eine Teure Kamera macht noch kein tolles Bild. Ein teures Objektiv ist nur dann gut, wenn man damit umzugehen weiß. Warum also mehrere tausend Euro in eine Kameraausrüstung investieren, die man gar nicht bedienen kann. Fang also klein an und arbeite dich hoch, sodass deine Ausrüstung mit deinem Skill Level wächst.

Kritik bei den richtigen holen

Jedes Forum und jede Facebook-Gruppe ist damit total überflutet. Bilder! Von jedem, denn jeder darf natürlich Bilder hochladen. Doch was passiert mit Anfängerbildern, auf die der Macher natürlich sehr stolz ist und die Ihn mit Sicherheit eine Menge Arbeit gekostet haben. Sie werden meist in der Luft zerrissen. Weil ihr nicht auf dem gleichen Level wie die anderen seid. Ihr bekommt teilweise beleidigende Kommentare vielleicht aus Hass, vielleicht aus Neid, man weiß es nicht.

Ich habe dieses Erfahrung in meiner Anfangszeit auch gemacht und meine Lösung war recht simpel. Sucht euch gleichgesinnte. In der Anonymität des Internets fühlen sich viele Sicher und schreiben einfach was sie wollen. Doch diese Leute gehen selten vor die Tür. Geht also mal auf einen Fotostammtisch und präsentiert eure Bilder dort. Das war für mich ein Super weg um annehmbare Kritik und Verbesserungsvorschläge zu bekommen.

 

So das wars für heute!

Was haltet ihr von diesen Tipps? Schreibt es in die Kommentare und schreibt vielleicht auch eine Story zu eurer Anfangszeit bzw. vielleicht seid ihr ja Anfänger. Lasst es mich wissen und bis zum nächsten Mal.

Gruß

Matthias

 

Matthias Butz

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Wenn man Spaß an etwas hat, ist man deutlich motivierter und kniet sich mehr rein als andere, um Schritt für Schritt besser zu werden. Ich möchte weg von engstirnigen Denken und probiere immer wieder neue Sachen aus um meinen Horizont zu erweitern. Das ist auch der Grund, warum ich die Dinge deutlich lockerer sehe als andere. Ich lasse mich auf mein Team und die Personen mit denen ich Arbeite ein um bessere Ergebnisse zu bekommen.

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