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Diese Foto-Tipps kannst du ignorieren

Hallo Zusammen,

heute gibt es ein Video von mir, dass etwas anders ist als meine sonnigen Videos. Ihr bekommt heute Foto-Tipps von mir, die Ihr auf keinen Fall befolgen sollt.

Es gibt in der Fotografie bestimmte Weisheiten bzw. Abgelaufen der sich bei Anfängern oft einbrennt und sehr lange hält. Man macht viele Dinge, ohne wirklich zu wissen, weshalb oder mit welchem Ziel und ich möchte Euch heute ein paar Gedankenanstöße zu dem Thema geben.

Mit offenblende Fotografien

Ja klar sieht ein Foto mit offenblende super aus, doch das Objektiv entfaltet sein volles Potenzial nicht auf der offensten Blendeneinstellung. Es wird deutlich schärfer, wenn man 1-2 oder 3 Blenden abblendet. Ein weiterer Vorteil ist, dass man so auch deutlich eher ein scharfes Bild machen kann. Die offene Blende sorgt zwar für einen tollen unscharfen Hintergrund, doch dadurch, dass der Schärfebereich so klein ist, ist es deutlich schwieriger den Fokus zu treffen.

Ich fotografiere meist auf Blende 2.8 Obwohl mein Objektiv eigentlich auf 1.4 kommt. Trotzdem habe ich immer noch genug unscharfe im Hintergrund. Es ist nicht immer gut jeden Regler bis zum Anschlag zu drehen. Es gibt auch noch etwas dazwischen… 🙂

Du brauchst teure Speicherkarten

Das ist ein Tipp, der nur zum Teil stimmt. Denn es lohnt sich auf jeden Fall in hochwertige Speicherkarten zu investieren. Doch man sollte es hier nicht übertreiben. Wofür brauche ich als normaler Fotograf eine Speicherkarte jenseits der 100MB/s. So schnell kann man doch gar nicht fotografieren. Ich verwende normalerweise 60MB/s CF Karten von SanDisk, die von der Geschwindigkeit vollkommen ausreichen.

Gleiches Thema bei der Größe. Ich bekomme im RAW mit einer 64 GB Karte etwa 2000 Bilder hin. Es ist günstiger (und ausfallsicherer) das alles auf kleine Karten zu verteilen. Warum eine teure große Karte kaufen anstatt günstige kleine mit der gleichen Leistung 😉

nur teure Objektive machen gute Bilder

Ja das stimmt. Teure Objektive haben eine ganz andere Leistung. Bessere Schärfe, super Kontrast und und und…. Doch das Objektiv ist nur ein Teil von all dem was das Bild ausmacht. Ich selbst habe lange Zeit mit einem günstigen 50mm 1.8 von Canon fotografiert. Die Linse besteht quasi nur aus Plastik und macht für diesen Preis trotzdem geniale Bilder.

Also versteift euch nicht zu sehr auf eure Ausrüstung ihr könnt mit jeder Kamera tolle Bilder machen 🙂

Ein Beispiel: Diese Bilder sind alle mit einem 100€ Objektiv entstanden.

Du musst im RAW fotografieren

Das ist ein Tipp, den ich selbst sehr oft gebe. Ja das RAW Format bietet deutlich mehr Informationen für die Bildbearbeitung und man kann deutlich mehr aus diesen Bildern rausholen. Fehlbelichtete Bereiche korrigieren, den Weißabgleich korrigieren und so vieles mehr. Doch! Es ist natürlich auch mit Aufwand verbunden. Denn die Bilder müssen auch bearbeitet werden. Deshalb ist es Mahnmal gar nicht so blöd auch im JPG zu fotografieren. Der JPG Prozess von Kameras wird immer besser und wenn man den Weißabgleich und die Belichtung in der Kamera richtig einstellt, reicht das JPG komplett aus und spart Zeit und Speicherplatz.

Der ISO Wert muss immer niedrig sein

Ja richtig. Dein Bild fängt mit einem hohen ISO Wert an zu rauschen. Das ist vollkommen normal. Das heißt jedoch nicht, dass man unbedingt mit ISO 100 fotografieren muss, um auf gar keinen Fall rauschen auf dem Bild zu haben. Du solltest eher ausprobieren, wann dein Bild anfängt zu rauschen und diese Erfahrung in deine Fotografie einbauen. Meine Kamera kann beispielsweise bis ISO 3200 verwendbar. Diese Einstellung verwende ich dann, wenn es notwendig ist. Ansonsten fotografiere ich zwischen ISO 100 und 800. Bei den meisten Kameras sieht man hier keinerlei Unterschied.

Der Sonnenuntergang macht immer schönere Fotos

Das ist definitiv falsch. Ja die goldene Stunde und die blaue Stunde sind eine Lichtsituation, die, wenn man sie beherrscht, zu genialen Ergebnissen führt. Doch deshalb sollte man nicht nur zu dieser einen Uhrzeit fotografieren. Egal ob Sonne, Wolken, Regen oder Nacht. Den ganzen Tag und die ganze Nacht kann man so viele tolle Momente erleben und viele tolle Fotos machen. Nutzt diese Momente und versucht das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.

Du brauchst einen Bildstil

Ja jeder große Fotograf hat einen eigenen Bildstil. Etwas was seine Bilder unverkennbar macht. Wenn man Kunden haben will braucht man so einen Stil.

Ich kann diesen Satz zum Großteil so unterschreiben. Doch viele Fotografen gehen vollkommen falsch an dieses Thema heran. Denn diesen Stil kann man nicht erzwingen. Es ist nichts, wofür man sich entscheidet. Das ist etwas was sich aus jahrelanger Arbeit und sehr viel Fotos ergibt. Man fotografiert 100-tausende Fotos und entwickelt diesen Stil.

Nichts was man durch ein Preset oder etwas in der Richtung erzwingen könnte.

Das Bild muss perfekt fotografiert werden

Das ist jetzt eine eher schwierige Aussage. Kennst du die Aussage: „das rette ich nachher in Photoshop?“ Das ist das komplette Gegenteil und auch nicht der richtige Weg. Die Fotografie und die Bildbearbeitung sind etwas, was ineinander spielt. Diese beiden Bereiche gehören zusammen und sollten auch so verwendet werden. Du solltest nicht so fotografieren das man es in der Bildbearbeitung retten muss, doch auch nicht so das man die Bearbeitung gar nicht mehr braucht (Das geht sowieso nicht).

Wie ich es mache

Ich fotografiere Bilder mit unausgeglichenem Lichtverhältnis (Beispiel Gegenlicht) oft zu Dunkel, denn im RAW ist es sehr einfach den zu dunklen Bereich aufzuhellen. Der zu helle Bereich lässt sich aber deutlich schwieriger abdunkeln. So kann ich ein deutlich dynamischeres Bild erzeugen, und zwar mit der Kombination auf Fotografie und Bildbearbeitung.

Alternativ kann man bei den Fotos auch etwas Platz am Rand lassen, um so das Bild später zuzuschneiden oder zu begradigen. Es muss also nicht immer perfekt sein, es muss nur die perfekte Grundlage bieten. Zum Schluss zählt eh nur das Ergebnis.

Fitler

Keine Ahnung wer diese geniale Marketing-Idee hatte mit jedem Objektiv einen passenden UV-Filter zu verkaufen. Ich selbst finde die Filter vollkommen unnötig und so sinnvoll wie bei jedem Schuhkauf passende Einlagen und Spray und Schuhpolitur zu kaufen. Das mag bei manchen notwendig sein und super funktionieren, doch bei Objektiven ist es immer etwas, was vor deiner Linse ist. Alles, was du vor deine Linse schraubst beeinträchtigt in irgend einer weise die Qualität. Verwendest du den Filter jetzt mit einem Zweck wie dem ND oder dem Graufilter, dann ist das wirklich sinnvoll. Auch der UV-Filter hat seinen Zweck. Er schützt das Objektiv bei schwierigem Wetter und vor Sand. Doch die meisten sind eher selten in solchen Situationen.

Also verwende einen Filter auch nur, dann wenn du ihn wirklich brauchst und lass ihn nicht einfach aus Bequemlichkeit auf der Linse, denn ein Filter kann auch schaden…

 

So Leute das war’s für heute.
Jetzt könnt ihr noch in die Kommentare schreiben, was ihr im Laufe eurer Fotografie schon alles gehört habt, sich aber als nicht 100% wahr rausgestellt hat.
Bis zum nächsten Mal und Gruß
Matthias

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