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Fotografie Grundlagen

Hallo Zusammen,

Cool das du wieder hier dabei bist. Ich habe heute ein tolles Basic-Tutorial für dich. Ja die Grundlagen kann theoretisch jeder, doch es ist hier schlecht diese mal aufzufrischen. Denn auch vielen fortgeschrittenen Fotografen mangelt es an Grundalgen-Wissen, was ich schade finde und was gefährlich werden kann.

Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich eine Vollformat-Kamera gekauft habe. Ich hatte 4.500 € in der Hand und machte, was wohl viele in diesem Moment getan hätten. Ein Foto auf der Vollautomatik. Stell dir vor, es sah aus wie ein Handybild. Ja klar in besserer Auflösung, doch ich wette, wenn ich das irgendwo veröffentlicht hätte, hätte niemand den Unterschied gesehen.

Woran das lag? Mitunter an den Kameraeinstellungen.

Deshalb gibt es heute für dich die drei grundlegenden Einstellungsmöglichkeiten an deiner Kamera.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit gibt dir die Möglichkeit die Zeit zu kontrollieren. Du kannst Motive lange belichten und alles was in dieser Zeit passiert auf deinem Foto einfangen. Bewegt sich dein Motiv sehr schnell kannst du es durch eine schnelle Belichtungszeit einfrieren. Schau dir mal meine Beispiele an:

kurzzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grunglagen-fotografiren-lernen

Kurzzeitbelichtung mit eingefrorener Bewegung

langzeitbelichtung-beispiel-fotografie-grunglagen-fotografiren-lernen

Langzeitbelichtung mit verschwommener Bewegung

OK jetzt zur technischen Seite

Die Belichtungszeit hat zwei Auswirkungen auf dein Bild. Zum einen kontrolliert sie die Helligkeit.

  • Je länger du belichtest, umso heller wird dein Bild
  • Desto schneller du belichtest, umso dunkler wird das Bild.

Bedeutet im Umkehrschluss natürlich, dass man für schnelle Belichtungen viel Licht braucht und lange Belichtungen bei zu viel Licht nicht möglich sind. Ja es gibt Filter und andere Techniken wie man das umgehen kann, doch für den Anfang kann man sich das schon mal so merken.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Wenn wir zu lange Belichten entsteht Bewegungsunschärfe. Das kann bei einer Langzeitbelichtung echt cool aussehen, doch entstehen so auch verwackelte und unscharfe Bilder. Schuld daran ist die Bewegungsunschärfe. Diese Bewegung kann sowohl von deinem Motiv ausgehen, als auch von dir selbst.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du die Belichtungszeit erhöhen, um die Bewegung einzufrieren.

Blende

Die Blende ist die Kontrolle über die Schärfe. Nicht ob scharf oder unscharf, sondern wie groß der Schärfebereich ist. Der Schärfebereich breitet sich parallel zur Kamera aus und seine große wird durch die Blende kontrolliert. Wenn man die Blende öffnet, wird der Schärfebereich kleiner. Das bedeutet, nur der Punkt, auf den ich fokussiere, ist scharf und alles was weiter von der Kamera entfernt oder näher an der Kamera ist, wird unscharf. So wie auf meinen Beispielbildern.

links offene Blende – rechts geschlossene Blende

Das ist gerade für die Portrait- oder Makrofotografie interessant und gibt uns die Möglichkeit ein Motiv vom Hintergrund abzuheben.

Hier gibt es jetzt allerdings einen Nachteil: Nicht jedes Objektiv kann die Blende so weit öffnen und der Schärfebereich ist von deutlich mehr Faktoren, als der Blende abhängig. Beispielsweise bekommt man mit einem Handy diesen geringen Schärfebereich fast gar nicht hin, wogegen es mit einer DSLR/M und der richtigen Linse schon schwer wird den so geringen Bereich zu kontrollieren.

Wer jetzt das ein wunderschönes Bokeh hinter seinen Fotos sehen möchte, der sollte auf eine Festbrennweite setzen. Diese Objektive haben zwar keinen Zoom, dafür jedoch deutlich mehr Platz für die Blende und können diese weiter öffnen. Dadurch entstehen Blendenwerte von 1.8 oder sogar noch offener, was ebenfalls für mehr Licht in der Kamera sorgt. Denn je weiter wir die Blende öffnen, umso mehr Licht fällt in die Kamera.

ISO

Wir haben die Kontrolle über die Zeit und die Schärfe(eher den Schärfebereich) was kommt also noch? Die Fähigkeit im Dunkeln zu sehen!

OK ich übertreibe etwas, doch der ISO Wert ist genau hierfür da. Irgendwann können wir nicht mehr länger belichten und die Blende nicht mehr weiter öffnen. Was machen wir also? Blitzen? Igitt!

Wir erhöhen die ISO Wert. Der ISO Wert steuert die Empfindlichkeit deines Bildsensors und kann das Bild ganz einfach heller machen. Jeder der drei Werte kontrolliert die Helligkeit des Fotos und hat einen Nebeneffekt. Wir hatten schon Bewegungsunschärfe, Tiefenschärfe und jetzt kommt das ISO Rauschen.

links ISO100 – rechts ISO12800

Das ISO Rauschen ist der entsteht wenn wir den Wert erhöhen, um unser Bild aufzuhellen. Dieses Rauschen muss nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, es kann bei einem Foto auch richtig cool aussehen. Der Aberglaube in der Fotografie besagt: „Den ISO Wert möglichst gering halten“

Das ist prinzipiell nichts verkehrtes, doch soll nicht heißen, dass man ihn nie verwenden darf. Mein Tipp ist, suche den Wert an dem deine Bilder unbrauchbar werden. Das ist von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Ich weiß, dass ich meine Kameras bis ISO3200 ohne bedenken verwenden kann. Ich kann mit diesem Wert Fotos auch noch auf größere Formate ausdrucken ohne, dass das Rauschen zu sehr stört. Mann kann hier auch noch höher gehen und versuchen das Bild in der Bildbearbeitung zu entrauschen, doch sollte eher im sicheren Bereich bleiben.

Wenn du jetzt vor der Entscheidung stehst, weil es sehr dunkel ist, die Belichtungszeit in einen kritischen Bereich zu stellen oder den ISO Wert, empfehle ich dir definitiv den ISO Wert. Ein verwackeln lässt sich nicht so einfach korrigieren wie ein Rauschen.

Wir sind jetzt am Ende angekommen. Die drei wichtigsten Einstellungen deiner Kamera, die bei korrekter Anwendung deine Fotografie um Welten verändern können. Du solltest jetzt nur noch bedenken, dass diese Werte ineinander spielen. Man kann sie immer nur gleichzeitig einsetzen. Wenn man den einen verändert, kann das immer Einflüsse auf die anderen haben.

Probiere es auf jeden Fall aus und lote die Limits deiner Kamera aus.

Wenn du die komplette Anwendung dieser Einstellungen und die Fotografie an sich lernen möchtest, solltest du dir auf jeden Fall mal meinen Videokurs Fotografie 1×1 anschauen. In diesem erkläre ich dir in über 10h Laufzeit alles, was es zu deiner Kamera zu wissen gibt.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Fotografieren

Gruß

Matthias

3 Kommentare zu "Fotografie Grundlagen"

  1. Paar kleine Fehler a) Auf die Schärfentiefe haben nur drei Dinge direkt(!) Einfluß: Blende (F-Wert), Brennweite und Abstand zum Motiv (das hast du vergessen) - sind also gar nicht so viel. Die Sensorgröße erstmal nicht - allerdings muss man für den gleichen Bildausschnitt eine kleinere Brennweite verwenden, daher spielt das da mit rein). b) Dieses "bis zu welchem ISO-Wert kann ich meine Kamera verwenden" ist auch so ne Sache: Rauschen entsteht durch dunkle Teile im Bild und das wird dann durch die Empfindlichkeit (=ISO) verstärkt. Wenn ich nun ein hellfarbenes Motiv bei ISO 12800 fotografiere kann das besser aussehen, als dunkelfarbige Bereiche (z.B. ein dunkelgrauer Anzug) bei ISO 3200.

    • Die Themen hast du schön zusammengefasst. Man sollte wirklich mutiger mit den ISO Wert herumtesten. :D

      • Bro hast viel um die Ohren??? Siehst fertig aus.

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