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Portraits bei Nacht

Hallo zusammen,

Willkommen in einem weiteren Tutorial von Fotografieren Lernen, bei dem ich dich zu einem meiner Fotoshootings mitnehme. Ich fotografiere ein Model bei Nacht. Ja richtig Porträts bei Nacht (was du durch den Titel denke ich schon mitbekommen hast)

Ich verwende hierzu keinerlei Hilfsmittel. Ich werde nur die Kamera mit Objektiv benutzen und obwohl das Anspruchsvoll ist, kann man so richtig geniale Bilder machen.

Doch dies wäre nicht Fotografieren Lernen, wenn ich nicht ein paar Tipps für dich hätte, wie auch du solche Bilder erstellen kannst.

Belichtungszeit

Das ist wohl das wichtigste. Gerade im Dunkeln sollte man darauf achten, dass die Belichtungszeit nichts zu lange wird. Entweder bewegt sich das Model oder man selbst. Wir schaffen es nicht alles 100% bewegungsfrei zu halten.

Hier gibt es einen recht einfachen Merksatz:

1/Brennweite = mind. Belichtungszeit

Bedeutet: 30mm = 1/30 Sec (oder schneller) bzw. 50mm = 1/50 Sec oder 100mm = 1/100 Sec

Wenn du einen Bildstabilisator verwendest, sieht es hier nochmal anders aus. Denn ein Bildstabilisator kann helfen die Bewegung zu verlangsamen und die Belichtungszeit noch einmal zu verlängern.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass du dein Model mit einem 8mm Objektiv fotografieren solltest. Diese Regel gilt nur für die Bewegung, die von deiner Kamera ausgeht. Das Model kann sich natürlich auch bewegen. Du solltest also etwas experimentieren und vielleicht mit der Serienbildfunktion arbeiten und verwackelte Motive aussortieren.

ISO

Der wohl größte Fehler beim Fotografieren bei Nacht ist ein falsche ISO Wert. Der ISO Wert sorgt für ein Rauschen auf den Fotos, welches die Details zerstört.

Hier ist es von Vorteil ein lichtstarkes Objektiv zu verwenden, denn mit einer offen Blende kommt deutlich mehr Licht in die Kamera und du musst den ISO Wert nicht ganz so hoch einstellen.

Ein Beispiel bei gleicher Belichtungszeit:

Blende 4 = ISO 8000

Blende 1.4 = ISO 1000

Du hast also deutlich mehr Luft 🙂

Autofokus

Jetzt kommen wir gleich zum Nachteil der Offenblende in Kombination mit Dunkelheit. Der Autofokus ist schnell überfordert. Gerade wenn es Dunkel ist, wird es immer schwieriger für die Kamera Kontrastunterschiede zu erkennen und darauf scharfzustellen.

Jetzt gibt es auch hier etwas Abhilfe. Die professionelle wäre wohl ein IR-Hilfslicht, doch es reicht auch das Model mit zum Beispiel dem Handyblitz anzuleuchten, dann scharfzustellen und den Blitz wieder auszumachen. Ist etwas umständlich, doch eine Methode mit der man zur Not zurechtkommt.

Weißabgleich

Es geht direkt weiter. Der Weißabgleich ist ebenfalls überfordert. Das Licht bei Nacht ist vollkommen anders als am Tag und was noch viel schlimmer ist, meist gelblich. Für die eigenen Augen mag das besser wirken(Wer mal Xenonlicht im Rückspiegel hatte weiß, wovon ich rede) doch auf den Bildern sieht das eher ungünstig aus. Deshalb würde ich hier mit dem Weißabgleich deutlich gegensteuern. Das geht entweder in unserem Kameramenü oder für die RAW Fotografen, später in der Bildbearbeitung.

Lichtquellen suchen

Der letzte Punkt ist wohl der wichtigste. Suche dir Lichtquellen. Das kann eigentlich alles sein, doch bedenke hierbei auch die Farbe. Ich habe in meinem Foto absichtlich eine Zirkusbeleuchtung mit sehr krassen Farben gewählt. Es geht aber auch anders. Du kannst selbstverständlich auch neutraleres Licht nehmen oder wie aktuell sehr beliebt: Werbetafeln aus NEON.

Das war’s für heute mit meinen Tipps.

Wenn du jetzt mehr zur Fotografie erfahren möchtest, kann ich dir nur meinen Fotografie 1×1 Videokurs empfehlen. Mit über 10h Material ist er einer der größten Einsteigerkurse in Deutschland.

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Beitragstags

12 Kommentare zu "Portraits bei Nacht"

  1. Oh, was habe ich gesucht, um Informationen/Einstellungstips für Nachtaufnahmen mit meinen Models zu bekommen .Bei meinem letzten Besuch auf dem Rummel war ich mit der Qualität nicht zufrieden. Nun stehen weitere Treffen auf dem Rummel an. So werde ich diesmal mein Sigma 30mm F 1,4 benutzen. Einstellungen werden sein f1,4 ISO 800- 1000 und 1/250s sein. Den Weissabgleich werde ich warmweiß nehmen. Eine kleine Videolampe habe ich immer dabei. Nun bin ich voller Vorfreude. Vielen Dank!

    • Hi Ingrid :)Das klingt schon mal ganz gut... Bei der Belichtungszeit musst du gerade bei Portraits nicht so in dir Extreme gehen. Wenn nicht so viel Bewegung im Spiel ist, kannst du auch etwas länger belichten. Probiere es einfach mal aus.Auf jeden Fall im RAW fotografieren, dann kannst du den Weissabgleich nachträglich ändern...Ich wünsche dir viel Spaß dabei
    • @Matthias Butz OK! Da wäre also 500 s besser. Vielen Dank!
    • Ingrid Eulenfan hi :) ich meinte genau die andere Richtung. 1/500 sek. Ist schneller, als eine 1/250.Je nach dem wie schnell sich dein Motiv bewegt und wie ruhig du die Kamera halten kannst geht sogar bis zu einer 1/30 Sekunde. Probier es einfach mal aus, du wirst es merken, wenn das Bild verwackelt ist. Es gibt dir nur viel mehr Möglichkeiten bei Blende und ISO ;)
    • @Matthias Butz Ich danke dir. Ich werde es testen. So bald ich die ersten Bilder habe, werde ich sie verlinken.
  2. Geiles Video! Danke dir :)

    • Top erklärt,wirklich jetzt. Genau das was ich gesucht habe. Besten Dank

      • Mir gefällt die schöne Stimmung vom Video aber auch die guten Tipps sind sehr hilfreich. Daumen hoch :D

        • Vielen Dank :)
      • Ich will mal den Schlaumeier rauslassen, wäre nicht „lichtstarkes“ Objektiv eine bessere Definition als „offenblendig“? Weil auch ein F4 Objektiv bei Blende 4 fotografiert ist offenblendig, weil eben die offene Blende ;) Güsse Mark

        • Ja du hast ja recht :D Doch ich denke es wird klar was ich sagen möchte...
        • @Matthias Butz mir ja, Du richtet Deine Videos an Einsteiger und ich bin der Meinung, dass es dann richtig erläutert werden sollte. War nur ein Hinweis für die nächsten Videos 😉
        • Ja stimmt schon, ich weiß zwar bei beidem nicht, was es bedeutet, aber ich versuche gerade alle Begriffe zu lernen..
      • wie machst du unterwegs schnell und einfach einen guten weisabgeich? mit graukarte? oder einen weisen blatt papier?so low butget tipps würden mich freuen

        • Ganz ehrlich? Ich mach das meist ungefähr und den Rest dann in der RAW-Entwicklung. Wenn ich die Möglichkeit oder den Anspruch habe verwende ich eine Graukarte.
      • ...irgendwie machst du das ganz gut. 👍🏻👍🏻👍🏻 Beste Grüße aus Hamburg ⚓️ Jens

        • Vielen Dank & Gruß zurück! 😬
      • Ich hatte häufig arge Probleme mit Mischlichtern. Da hat man ganz schön beim Weißabgleich in der Nachbearbeitung zu kämpfen. Oder man entwickelt das Bild S/W und umgeht so das Problem. Etwas gravierender finde ich den Verlust von Details. Es wirkt halt alles etwas flacher.PS: Hier mal mein erster Versuch mit der Porträtfotografie bei Nacht https://www.deviantart.com/blinkfreak182/art/Winter-Night-721069190

        • Ja klar es wirkt anders als bei Tag. Doch ich will auch nicht Blitzen und die Stimmung dadurch ändern. Mein Tipp für Problem mit dem Mischlicht ist: Nicht zu warme Lichter zur Ausleuchtung verwenden. Gerade Straßenlaternen eigenen sich quasi nur für Schwarz/weiß.
      • Wieder ein Top-Video 👍🏻💪🏻💪🏻💪🏻

        • Vielen Dank 😁
      • Richtig cooles und Interessantes Video. Super erklärt werde ich beim nächsten mal Fotografieren direkt mal ausprobieren. Gibt es den eine Möglichkeit zu Erfahren wo du das Video gedreht hast fand die Location ganz interessant komme aber aus Stuttgart weiß also nicht ob das nicht ein bisschen weit weg sein könnte.

        • Vielen Dank für das Feedback. In Mannheim am Technoseum... Glücklicherweise hatte der Zirkus nebendran diese Lichter aufgestellt 😊 Doch ich denke da gibt es in Stuttgart einiges. Viel Spaß beim ausprobieren.
      • Ist weißagleich nicht egal weil den kann ich doch bei der Bildbearbeitung beliebig ändern

        • Das Thumbnail Bild finde ich ja klasse. Ja, ich finde es auch erstaunlich was man aus RAW noch rausholen kann. :)

          • Vielen Dank

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