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BIT-Tiefe

Die BIT-Tiefe oder auch Farbtiefe genannt beschreibt die Anzahl der Möglichen Abstufungen einen einzelnen Pixels.

Was ist die BIT-Tiefe

Wem die erste Definition etwas zu kompliziert war dem zeige ich es an einem ganz einfachen Beispiel.

Egal welches Bild wir betrachten, sobald es auf einem digitalen Gerät dargestellt wird, also Pixel hat, hat ein Pixel auch eine BIT-Tiefe. Meist können wir hier keinen großen Unterschied sehen, da der Monitor, auf dem wir das Bild anschauen nicht mehr als 8 Bit Farbtiefe hat. Also hat ein Bild viele Pixel und ein Pixel hat eine bestimmte Tiefe. Die BIT-Tiefe.

Was bedeutet die BIT-Tiefe

Die BIT-Tiefe bestimmt, wie viele Farben ein Bild theoretisch enthalten kann.

Hierbei kann jedes Bit immer zwei Zustände annehmen: 1 und 0. Ein Bild mit einem Bit hätte demnach nur zwei Farben. Schwarz und Weiß. Erhöhen wir die BIT-Tiefe können wir deutlich mehr Farben in einem Bild unterbringen. Ich habe das an dem folgenden Beispiel einmal einmal demonstriert.

1-Bit

1_bit_farbtiefe

2-Bit

2_bit_farbtiefe

4-Bit

4_bit_farbtiefe

8-Bit

8_bit_farbtiefe

Bisher war alles in Schwarz-Weiß. Was passiert jetzt, wenn wir dem ganzen etwas Farbe geben? Jeder Farbkanal bekommt bei einem 8 Bit Foto; 8-Bit. Zusammengerechnet sind das dann 16.777.216 Farben. Kling viel oder?

Naja… Das ist ein normales JPG. Klar klingen 16 Mio. Farben nach sehr viel, doch es gehen noch deutlich mehr.

RAW Fotos verfügen über eine BIT-Tiefe von 10, 12 oder 14 BIT Farbtiefe. Der Schritt ist enorm, denn die BITs werden nicht Addiert sondern Multipliziert. So ergibt sich folgendes:

  • 8 Bit = 16.777.216 Farben
  • 10 Bit = 1.073.741.824 Farben
  • 12 Bit = 68.719.476.736 Farben
  • 14 Bit = 4.398.045.511.104 Farben

Was bringt eine hohe BIT-Tiefe?

Ich hatte ja schon gesagt, dass man sich auf einem normalen Monitor nur 8-Bit anschauen kann. Was bringen mir also Fotos Dateien mit 4 Billionen Farben? (nicht jede Kamera fotografiert mit so einer BIT-Tiefe)

Ganz einfach: Mehr Möglichkeiten in der Bildbearbeitung

Das ist der Zauber der RAW Datei der dafür sorgt, dass man dunkle Bereiche deutlich einfacher Aufhellen bzw. auch helle Bereiche abdunkeln kann. Es liegt einfach daran, dass bei 8-Bit an diesen stellen nur Schwarz oder Weiß wäre, weil eben nicht mehr Informationen in die Dateien passen wogegen mehr Bits auch mehr Platz für Informationen bieten. Das Bild ist ander Stelle eben nicht schwarz, sondern nur sehr Dunkel und lässt sich noch aufhellen.

Das gilt natürlich nicht nur für Bilder, sondern auch für Videos. Ja es gibt auch Videokameras die mit 10 Bit oder mehr filmen können und somit in der Bearbeitung, dem Grading, deutlich mehr Möglichkeiten bieten.

Wann sollte man 8-Bit verwenden

Spätestens wenn es zum Kunden, oder ins Internet geht. Das Internet ist eine 8-Bit Welt. Egal wo ich etwas hochladen möchte es wird immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert. Das sind nun mal 8-Bit. Man braucht diese Farbtiefe beim veröffentlichen auch gar nicht. Wozu sollte jemand anderes diese Farbtiefe haben wollen. Er will das Bild schließlich nicht bearbeiten.

Ich exportiere meine Bilder, bis auf wenige Ausnahmen, als JPG und in 8-Bit um es möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, denn die Möglichkeiten der Farbtiefe sollten nur in der Bearbeitung genutzt werden.

Einmal reduziert geht es nicht mehr zurück

Wer jetzt denkt, man könnte diese BIT-Tiefe mit einer einfachen Umwandlung einer Datei erreichen, hat sich geirrt. Denn es ist wie ein Glas Wasser. Nur weil ich das Wasser in ein größeres Glas fülle ist deswegen nicht mehr Wasser drin. Sobald ein Foto einmal auf 8-Bit reduziert wurde sind alle Informationen unwiederbringlich verloren und das Bild kann nie wieder die Farbtiefe von 10 oder mehr erlangen.

Mein Workflow in Photoshop

Eine größere BIT-Zahl bringt natürlich auch Nachteile mit sich. In Photoshop wird Beispielswiese nicht jeder Filter unterstützt und die Dateien werden deutlich größer. Ich habe deshalb einen einfachen Workflow in Photoshop, der für kleine Dateien mit maximaler Qualität sorgt.

Ich verwende 8-Bit, lade die RAW Datei meiner Kamera, jedoch als Smart-Objekt. Somit ist sie im vollen BIT-Umfang verfügbar und wird innerhalb von Photoshop auf 8-Bit reduziert. Wenn ich allerdings was ändern möchte habe ich immer noch den vollen RAW-Umfang.

  1. RAW Bild mit Photoshop öffnen.
  2. Im aufgehenden Camera RAW Dialog mit gedrückter Shift-Taste auf Objekt öffnen klicken.
  3. Das Bild bearbeiten und wenn man zur RAW Datei zurück will, reicht ein Doppel-Klick auf das entsprechende Smart-Objekt.

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